Review der Nikon D5500

Direkt am Anfang ein kleiner Hinweis. Ganz am Ende von dem Eintrag findet ihr ein Youtube Video von mir, über die Kamera. Ich bin jedoch noch sehr neu, was Videos angeht und muss da noch einiges üben…..
Zugegeben, die Nikon D5500 ist es nicht unbedingt die Kamera, die ich mir kaufen würde, dennoch war ich sehr positiv überrascht! So viel schon mal vorne weg.

Direkt an diesem Punkt, ich konnte den High-Iso Test nur sehr begrenzt durchführen. Momentan gibt es noch keine Unterstützung der Kamera durch Lightroom. ViewNX2 und Capture NX-D unterstützen die Kamera, aber da ist die Bedienung nicht sehr gut. Darum werde ich diese Sachen nach schieben. Zudem ist dies kein Pixelpeeper Test, ich habe also keine Iso Testreihen gemacht usw.. Das hier ist ein Test, wie die Kamera unter reellen Bedingungen funktioniert.

Ich muss gestehen, das ich nicht unbedingt 100% unvoreingenommen in den Test gegangen bin. Meine Gedanken drehten sich am Anfang eher um die negativen Punkte der Kamera

  • Kein Highspeedsync (Auto-Fp)
  • Der eingebaute Blitz ist nicht fähig als Commander zu funktionieren, man kann also das CLS System von Nikon nicht nutzen
  • Kein Spritzwasserschutz bzw Wetterschutz
  • Nur 1/4000Sek Belichtungszeit

Dann habe ich jedoch diese Negativpunkte dem Besitzer genannt und dieser meinte „Die Sachen brauche ich ALLE nicht“. Und das war der Punkt, wo ich nochmal nachgedacht habe. Letztlich bin ich dann also in den Test und habe nicht geschaut, ob es eine Kamera für mich ist, sondern ob es eine gute Kamera ist.

Gehäuse und Verarbeitung

Ich wurde hier, zu meiner Freude, positiv überrascht. Es handelt sich um eine Monocoque-Gehäuse, welches abgerundet wird, durch 2 schwarze Aluminium (?) Drehschalter auf dem Gehäuse. Der eine Schalter ist für die Wahl vom Betriebsmodus (Szene,Auto,P,A,S,M……) und der andere für eine entsprechende Funktion. Im Modus Blendenvorwahl bestimmt dieser Schalter die Blende. Das akustische Feedback der Schalter ist extrem gut und etwas, das mir sofort aufgefallen ist.

Hier ist ein Foto, welches die Schalter zeigt
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Danach habe ich die Kamera in die Hand genommen und wurde wiederum mehr als positiv überrascht. Der Griff ist sehr tief und dir Kamera ist extrem leicht. Dadurch liegt sie zum einen extrem gut in der Hand, auch bei größeren Händen, und zum anderen kann man die Kamera auch als Amateur lange benutzen, ohne Schmerzen im Arm zu bekommen. Zudem ist der Griff mit einer Gummierung versehen, die sehr rutsch fest ist.
Für den Test war das 35mm 1.8G angeschraubt, wobei ich auch mein Tamron 28-75 2.8 getestet habe und auch dort stimmt der Schwerpunkt und dir Kamera liegt, dank dem tiefen Griff, noch immer gut in der Hand. Ich kenne bisher nur eine andere Nikon, die so gut in der Hand gelegen hat und das ist die D750, welche ich kurz auf der Photokina testen konnte. Selbst der Griff meiner D700, welchen ich immer als sehr gut empfand, kann da nicht mit halten.

Hier sieht man ein Bild von dem Griff und man bekommt ungefähr einen Eindruck, wie tief dieser ist.

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Bedienung

An dieser Stelle gehe ich jetzt auf das letzte haptische Feature und das Highlight der D5500 ein. Sie hat einen neig- und drehbaren Monitor, welcher noch dazu ein Touchscreen ist!! Und das System funktioniert.

Hier sieht man ein Bild der Rückseite

 

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Drückt man auf den „i“ Button (i für „interesting shit will happen“), werden alle wichtigen Einstellungen auf dem Screen angezeigt, wie z.B. Iso, Blende, Weißabgleich, Autofokusmodus, Belichtungsmessungsmodus…… Die Einstellungen können dann per Touch geändert werden, was extrem gut funktioniert. Man kann aber auch auf den altbekannten Joystick, auf der Rückseite, zurück greifen. Braucht man mal die Einstellungen, die tiefer in den Menüs verborgen liegen, sind diese über den „Menü“ Button zu erreichen. Auch im Menü kann man per Touchscreen, oder per Joystick navigieren.

Das ist die Zukunft der Kameratechnik! Und das positive dabei ist, das es funktioniert. Ich hatte keine Probleme damit. Natürlich ist der ist der dreh-und Neigemechanismus weniger gut für eine professionelle DSLR, aber die Touchscreenfunktion hat definitiv ihre Vorteile. Womit ich nicht sage, das die Buttons an der Außenseite der D700 nutzlos wären. Ich denke, das eine Verbindung aus beidem einfach perfekt wäre.

Die sonstige Benutzung der D5500 gestaltet sich sehr einfach. Leider wurde jedoch ein Knopf etwas ungeschickt gelegt. Der Button um den Selbstauslöser zu aktiveren. Dieser befindet sich außen an der Kamera, an der linken Gehäuseseite und ist eingelassen, in das Gehäuse. Dadurch kann man ihn nicht aus Versehen drücken, aber leider macht es genau dieses einlassen in das Gehäuse auch sehr schwierig, den Knopf überhaupt zu drücken, wenn man dicke Finger hat und diese vielleicht noch kalt sind. Wenn man die gleiche Funktion auch über den Touchscreen erreichen könnte, wäre das perfekt, aber ich habe diese Möglichkeit leider nicht gefunden. Eine Sache die mich außerdem etwas nervt ist, das wenn man einen Modus wechselt (zum Beispiel Blendenvorwahl zu manuellem Modus), der Selbstauslöser deaktiviert wird. Ich habe dies gemerkt, in dem ich ein Bild bei Nacht machen wollte und die Kamera „normal“ ausgelöst habe, statt den Timer zu aktivieren.

Hier sieht man den Button. Ich habe, bei Nacht und Kälte, lange im eisigen Wind gestanden, bis ich den Knopf mal gefunden hatte.

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Realworld Review

Das waren jetzt bisher alles Fakten, die einem die Kamera selber beschrieben haben. Ich hatte aber insgesamt ein Wochenende Zeit die Kamera richtig zu testen. Das bedeutet, das ich damit einige Nachtaufnahmen gemacht habe und ich 2 Tage damit durch die Gegend gelaufen bin und sie in Münster, bei einer Stadtbesichtigung, getestet habe.

Bei den Nachtaufnahmen ist mir aufgefallen, das der Autofokus im Liveview nicht zu gebrauchen ist. Ich habe angefangen vor der Dämmerung und schon dort war der Autofokus im Liveview nicht zu gebrauchen, was sich leider an dem Wochenende noch mehrfach gezeigt hat. Der Autofokus hat etwas länger durchgehalten, immerhin handelt es sich um einen Autofokus mit 39 Fokuspunkten (9 Kreuzsensoren). Die Sony a6000 die ich außerdem noch getestet habe, hat hier jedoch wesentlich besser abgeschnitten. Sie konnte noch bei einem Licht fokussieren, bei dem die Nikon D5500 schon lange aufgegeben hatte.
Hier sieht man 2 Fotos (und 2 Crops). Diese 4 JPG Dateien musste ich aus ViewNX2 exportieren (aus dem NEF), da ich zu dem Zeitpunkt nur Raw an der Kamera eingestellt hatte und nicht Raw und Jpg.

Auf dem Bild sieht man eine Nachtaufnahme die mit dem „Nacht“-Modus der Kamera ausgenommen wurde.

DSC_0092big(Nikon D5500, Auto:Nachtmodus,Blende 2.8, Belichtungszeit 1/4 Sekunde, Iso 1600)

Hier ein Crop von dem Bild, welches eine 100% Ansicht ermöglicht.

DSC_0092crop(Nikon D5500,100% Crop, Auto:Nachtmodus,Blende 2.8, Belichtungszeit 1/4 Sekunde,  Iso 1600 )

Dies ist das Gebäude aus einem etwas anderen Blickwinkel. Diesmal habe ich die Blendenvorwahl, also „A“, genutzt.

DSC_0089big(Nikon D5500, Blende 8, Belichtungszeit 13 Sekunden, Iso 100)

Und hier ein 100% Crop.

DSC_0089crop(Nikon D5500, 100% Crop, Blende 8, Belichtungszeit 13 Sekunden, Iso 100)

Das Iso 100 Foto hat mehr Details, als das Foto mit Iso 1600, aber ich muss sagen, das ich dennoch über die Qualität des Iso 1600 Fotos überrascht bin. Das Foto hat zwar an Details verloren, durch die Rauschunterdrückung, da die D5500 jedoch einen recht neuen 24 Mp Sensor besitzt, hat die Qualität nicht allzu sehr gelitten. Und das wirklich positive ist, das man auch durchaus ein Foto mit 24 Megapixel ein wenig verkleinern kann. Kaum ein Besitzer einer D5500 ist eine Person, der sich jedes Bild auf 100% Größe anschaut, bzw der die 24Mp wirklich brauchen wird. Gerade wenn man die Fotos im Netz benutzt, reichen die Hälfte der Megapixel, um ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen.

Ich hatte noch einige andere Möglichkeiten um an dem Wochenende die Kamera zu testen und einige Fotos findet ihr in der Galerie, die ich angehängt habe. Diese sind diesmal alle direkt aus der Kamera und nur verkleinert, fürs Netz. Einige Originalfiles werde ich in einen Dropbox Ordner legen, dann könnt ihr euch diese dort herunter laden und in 100% ansehen.

Dropbox Ordner mit den Originalfiles

 

Fazit

Kommen wir abschließend zu einem Fazit von dem Test. Die Kamera ist eine fast perfekte Kamera für Amateure und Personen, die eine Digitale Spiegelreflex Kamera wollen, diese jedoch nicht allzu oft bzw. zu intensiv nutzen. Sie hat ihre Einschränkungen, wenn man mit denen leben kann, bekommt man eine Kamera mit einer sehr guten Haptik, einer einfachen Bedienung und einer guten Bildqualität. Was will man mehr?!

 

Ciao Björn

PS: Mir ist noch eine weitere Sache eingefallen, die mir nicht an der D5500 gefällt. Sie hat eine maximale Aufnahmezeit, im Videomodus, von 10 Minuten. In dieser Zeit nimmt sie mit einer sehr guten Qualität auf (bis zu 1.920 x 1.080 60p). Nach 10 Minuten beendet die D5500 jedoch die Aufnahme und man muss ein weiteres Video starten. Dies hat die Sony A6000 besser gelöst. Diese splittet zwar nach einer Zeit die Dateien, fängt also eine neue Datei an, nimmt jedoch länger als 10 Minuten auf. Das Maximum, welches ich getestet hatte, mit der Sony, waren 18 Minuten.

Hier ist der Youtube Link