Review Jinbei Freelander FL-II 500 Langzeittest Teil 2

So, ich habe schon 2 Blogeinträge geschrieben zu meinem Jinbei Freelander FL-II 500

Den erste Eintrag hatte ich geschrieben, um vor allem zu erklären, warum ich mich für den Jinbei entschieden habe.
Der zweite Eintrag ist der erste Teil vom dem Langzeittest (nach über 1,5 Jahren)
Dies ist nun der dritte Blogeintrag, welcher sich vor allem damit beschäftigen soll, wie ich den Blitz einsetze.

Wer auf meiner Website vorbei schaut, sieht, das ich Portrait und Sport fotografiere. Wobei die Sportfotografie meine große Leidenschaft ist.
Dies ist natürlich nicht einfach, mit dem Jinbei FL-II 500. Der Blitz hat eine sehr langsame Abbrennzeit.
Die langsame Abbrennzeit ermöglicht mir aber auch Supersync zu benutzen. Sie ist also Fluch und Segen zugleich. Für die Portraits Fluch, für die Sportfotografie eher Segen.

Wer jetzt nicht weiß, was Supersync ist, hier gibt es eine Erklärung, von mir selber wird auch noch eine folgen. Die Erklärung wurde von Christian Horn verfasst und ist sehr ausführlich.

Um es kurz zu fassen, Supersync lässt mich mit bis zu 1/8000sek Belichtungszeit shooten, wenn man die passenden Funkauslöser hat und den passenden Blitz.
Warum sollte man das in der Portraitfotografie tun? Um z.B. bei sehr starker Sonne eine geringe Tiefenschärfe zu bekommen, ohne einen ND Filter zu benutzen. Man wählt dabei eine hohe Belichtungszeit und eine große Blende (f2.8-f4). Danach beleuchtet man die Person mit dem Blitz.
Das ganze sieht dann am Ende etwa so aus:

christian 3(Nikon D700, Blende 5.6@50mm, ISO 400, Belichtungszeit 1/6400)

Es war an dem Tag sehr hell und dennoch habe ich mit Blende 5.6 fotografieren können, statt Blende 16 bei ISO 200 und Belichtungszeit 1/250sek (ich hoffe, ich habe richtig gerechnet). Bitte korrigiert mich, wenn ich mich irre.
Ihr seht jedenfalls, mit der normalen Synchronzeit der Kamera (in meinem Fall 1/250sek) und einem „schnelleren“ Blitz hätte ich Probleme bekomme. Ich hätte einen ND Filter nutzen müssen.

Das ist also ein Vorteil bei einem langsamen Blitz. Wenn es jedoch um Sportfotos geht, hat man nur 2 Möglichkeiten. Entweder man nutzt den Jinbei nur als Randlicht (Rim Light), oder man nutzt hohe Belichtungszeiten um die Action ein zu frieren.
Hier mal zwei Bilder, bei denen ich den Jinbei als Randlicht genutzt habe und die Sonne als Lichtquelle:

6(Nikon D700, Blende 6.3@50mm, ISO 200, Belichtungszeit 1/250)

3(D90, Blende 4@100mm, ISO 200, Belichtungszeit 1/800 // Erschienen im BMX Rider Magazin #15)

Das untere der zwei Bilder zeigt, das ich den Blitz ausgelöst habe, bei einer Belichtungszeit von 1/800sek. Normalerweise ist das nicht möglich. Mit einem normalen Funkauslöser, oder einem Kabel, würde ich einen schwarzen Streifen im Bild haben (von dem Verschluss). Da ich aber die Yongnuo YN-622 N nutze, kann ich das Supersync nutzen.

Hier kommen wir dann auch zu einigen Beispielen, wo ich genau dies getan habe. Die folgenden Bilder sind alle mit Supersync entstanden, da ich die Action anders nicht eingefroren bekomme, wegen der langsamen Blitzabbrenndauer:

9(Nikon D700, Blende 3.5@42mm, ISO 400, Belichtungszeit 1/1250 // Erschienen im BMX Rider Magazin #15)

14(Nikon D700, Blende 2.8@70mm, ISO 160, Belichtungszeit 1/1250)

Die letzten beiden Fotos sind an Orten und Tagen aufgenommen, wo es relativ hell war. Dadurch fällt das Supersync nicht allzu sehr auf.
Die Kehrseite von dem Supersync ist, das man die Belichtungszeit hoch drehen muss. Das folgende Foto zeigt ziemlich eindrucksvoll wo diese Methode weniger gut ist. Es wurde aufgenommen in einem Wald, in dem es zwar etwas dunkler war, durch das Blätterdach, aber nicht so dunkel wie es auf dem Foto erscheint.

5(Nikon D700, Blende 4.5@78mm, ISO 800, Belichtungszeit 1/1600)

Jeder der Werte von dem Foto ist mit Bedacht gewählt. Eine größere Blende ist nicht möglich gewesen, da Francis (der Downhill Fahrer) so schnell war und ich einen kleinen Spielraum brauchte. Der Bildwinkel ist so gewählt, weil links und rechts noch Bäume standen, die mich gestört haben. Natürlich wird aber die Tiefenschärfe bei 78mm wieder geringer. Ich habe die ISO auf 800 hoch gedreht, ein Wert den die D700 schafft, ohne stark an Dynamikumfang zu verlieren. Und das Rauschen ist bei ISO 800 auch echt gut. Die Belichtungszeit von 1/1600 Sek war nötig, da ich Francis anders nicht eingefroren bekommen habe, mit dem Blitz.
Das ist dann einer der Faktoren, wo das Supersync leider sehr limitiert. ABER (!!) ohne den Blitz hätte ich das Bild so gar nicht hin bekommen!

Hier noch eine andere Möglichkeit den Jinbei Freelander FL-II 500 zu nutzen, zusammen mit der K-90 Octabox.

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(Nikon D700, Blende 9@85mm, ISO 100, Belichtungszeit 1/200)

Die Werte bei dem Bild oben sind ziemlich „normale“ Werte für einen Headshot. Das coole ist, ich habe die K-90 als Hintergrund genutzt. Dadurch habe ich zum einen den weißen Hintergrund bekommen und das Licht von hinten formt noch etwas die Konturen. Das Mainlight war in diesem Fall ein Nikon SB-900 in einer Softbox.

Es war gar nicht so einfach Fotos für diesen Blogeintrag zusammen zu suchen. Letztlich denke ich, das ich gezeigt habe, das man mit dem Jinbei FL-II 500 eine Menge anstellen kann. Der Blitz ist eigentlich bei jedem Shooting mit dabei und ich habe mehr als einmal Kleidung daheim gelassen um den Blitz im Rucksack unter zu bekommen (dann musste ich halt am Zielort waschen).

Wie ich schon in Teil 1 geschrieben habe, gibt es jetzt den HD-II 600 von Jinbei. Dies ist ebenfalls ein portabler Blitz, von dem ich hoffe, das ich diesen in nächster Zeit testen kann.

Hier sind abschließend noch einige weitere Fotos die mit dem Freelander FL-II 500 entstanden sind.