Warum ich mir den Jinbei Freelander FL II 500 gekauft habe und die ersten Eindrücke

Ich habe seit längerem darüber nachgedacht, mir einen großen Blitz zu kaufen.
Hier an dieser Stelle eine ganz kurze Sache zwischendurch, die Amerikaner machen da eine sehr nützliche Unterscheidung zwischen Flash (Speedlight, kleiner Aufsteckblitz) und Strobe (großer Studioblitz bzw tragbarer großer Blitz). Diese Unterscheidung gibt es leider im Deutschen nicht. Da heißt es immer „Blitz“.
Ich nutze 2 kleine Blitze (ein SB-900 und einen Yongnuo YN-560 II). Dieser werde ich auch weiterhin benutzen. Sie haben durchaus ihren Nutzen, aber manchmal braucht man mehr Power. Ich versuche immer mit ca. 1/4 Power bei dem SB-900 zu arbeiten. Wenn man den Blitz höher dreht, kann es passieren, das dieser überhitzt, was während einer Fotosession sehr nervig sein kann (ist mir mehr als einmal passiert). Es ist nicht sonderlich toll, wenn man mitten in der Fotosession kurz warten muss, für einige Minuten, bis der Blitz runter gekühlt ist.

Darum habe ich angefangen nach Alternativen zu suchen. Es ist relativ einfach irgend einen großen Studioblitz zu finden. Es gibt mittlerweile einige Firmen, wobei manche durchaus günstiger snd als andere. Die günstigeren sind Jinbei, Walimex und Paul C. Buff. Wobei Paul C. Buff nur dann günstig ist, wenn man in der USA lebt, oder ihn günstig aus der USA bekommt. Ansonsten kann man die Firma leider vergessen. Die etwas besseren Firmen sind Elinchrome, Hensel,…und die besten sind Profoto und Broncolor.

 

Ich hatte folgende Suchkriterien:

  • Transportabel (was die Suche extrem einschränkte)
  • Ein Preis, den ich bezahlen kann (was die Sache noch weiter einschränkt)
  • Ein Blitz der, obwohl er nicht teuer ist, nicht total billig gebaut ist

 

Wenn ihr anfangt euch nach großen Blitzen um zu sehen und bisher nur mit kleinen Aufsteckblitzen fotografiert habt (vielleicht sogar nur Yongnuos), werdet ihr schockiert sein, über die Preise!! Es ist ohne Probleme machbar, über 3000€ für einen Blitz aus zu geben. Und wen ihr noch einen Lichtformer haben wollt, kann man bis zu 10.000 ausgeben, nur für den Lichtformer (wobei dieser dann ungefähr so groß ist, wie der Mond).

Am Ende habe ich viel über eine Firma gelesen, die schon relativ lange Blitze baut, die aber bisher eher in Asien bekannt war. Bisher ist sie nicht ganz so bekannt in Deutschland, wobei sie auch hier ihre Anhänger hat und nicht nur Nerds. Die Firma heißt Jinbei und und selbst Leute wie Krolop und Gerst haben schon Jinbei getestet und setzen es zum Teil ein.

Ich habe mir den Jinbei Freelander FL-II 500 gekauft, zusammen mit der 90cm Octabox K-90. Dank Foto-Morgen wurde alles sehr schnell geliefert. Ich hatte noch einige Fragen, vor dem kauf und auch diese wurden schnell und freundlich beantwortet. Die Jungs bei Foto-Morgen sind echt hilfreich. Sie sind der Deutsche Händler für Jinbei.
An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, das ich kein Geld von Jinbei bekomme. Die Werbung hier mache ich deshalb, weil mich deren Service überzeugt hat.

 

Der Jinbei FL II-500

Ergonomie

Das Gerät ist Plastik (Das Gehäuse von der Steuereinheit, wie auch der Standardkopf). Es ist aber nicht das stinkende billige Plastik, sondern es fühlt sich durchaus gut an. Natürlich könnte es ein wenig stabiler gebaut sein, aber für das Geld ist es wirklich gut. Natürlich ist es kein Vergleich zu dem Elinchrome Ranger, aber der kostet auch 3 bis 4 mal so viel. Das Preis/Leistung Verhältnis ist definitiv ein Plus.
Es gab nur ein komisches Geräusch, das ich mit dem Blitz je hatte und das ging/geht nicht vom Blitz aus, sondern von dem Netzteil, beim laden. Dieses gibt dann ein sehr hohes Fiepen am Anfang ab. Ich habe mir am Anfang gedacht, das ich das Gerät 1 mal lade und danach das Netzteil zurück schicke. Dazu bin ich jedoch nie gekommen und das Fiepen ist auch nur am Anfang von dem Ladezyklus, für ca. 5 Minuten, zu hören.

Die Bedienung

Zuerst habe ich alles ausgepackt um zu schauen, ob alles vorhanden war. Es gibt ein kleines Handbuch dabei, was glaube ich in Japanisch, Chinesisch und Englisch verfasst ist. Der Blitz ist aber nicht allzu kompliziert. Ich hatte bis dahin noch nie einen Studioblitz benutzt und habe es innerhalb von 5 Sekunden raus gehabt, wie man ihn bedient (okay, ich bin auch ein Nerd).
Einfach das Kabel vom Kopf in die Einheit einstecken und fest drehen (richtig fest) und danach das Gerät einschalten, die Power einstellen und eure Möglichkeit des Auslösens wählen. Ganz wichtig ist, das ihr das Kabel vom Kopf richtig fest anzieht. Zudem ist die Reihenfolge Kopf rein stecken und an ziehen und dann den Blitz einschalten. Wenn ihr die Einheit erst einschaltet und danach den Blitz einsteckt, kann es zu einem Verschweißen der Kontakte kommt, da der Blitz mit Hochspannung arbeitet.

Danach stellt ihr die Power am Blitz ein, von 1-5. 1 ist die geringste Power und 5 dementsprechend die höchste. Man kann es also so rechnen. das es 1/16, 1/8, 1/4, 1/2 und 1/1 sind. Wobei diese Angaben nicht wirklich zu vergleichen sind, mit den gleichen Angaben bei einem Systemblitz.
Bei dem Freelander ist die Powerangabe so (ich hoffe meine Rechnung ist so korrekt):

  • Power Setting 5=1/1= 400 Watt
  • Power Setting 4=1/2=200 Watt
  • Power Setting 3=1/4=100 Watt
  • Power Setting 2=1/8=50 Watt
  • Power Setting 1=1/16=25 Watt

 

Wenn man sich das jetzt anschaut, kann man ungefähr sagen, das die Stufe 1 irgendwas so um die 1/2 bei einem Speedlight ist. Das hängt stark von dem Blitz ab. Leider habe ich keinen Blitzbelichtungsmesser. Damit könnte ich das, zumindest für meine Blitze, testen.

Wenn ihr den Jinbei von der Power runter dreht, also z.B. von Stufe 2 auf 1, müsst ihr den Blitz einmal ab blitzen. Die Kondensatoren sind nicht in der Lage die Spannung von selbst ab zu bauen. Mir passiert es immer mal wieder, das ich das vergesse. Wenn das dann „DAS“ Foto war, habt ihr ein Problem. Ich kann euch deshalb nur empfehlen, direkt einen Workflow auf zu bauen, der beinhaltet, das ihr einmal den Blitzauslöser drückt, wenn ihr die Power verändert habt, egal ob hoch oder runter.

Das mitgelieferte Kabel gibt euch die Möglichkeit (wenn ihr einen PC-Sync Port an der Kamera habt), den Blitz aus zu lösen, ohne das ihr einen Funkauslöser braucht. Mit dem Kabel schaffe ich die 1/250sek X-Sync. Mit dem Phottix Strato sollte ich nur 1/160sek-1/200 nutzen. Das liegt aber weniger am Jinbei, sondern eher an der Kommunikation zwischen Kamera, Stato und Jinbei.

Es gibt jedoch Alternativen, auf die ich in einem anderen Blogpost noch eingehen werde.

Bisher hatte ich noch keine Fotosession mit dem FL-II 500 (Stand 2013). Ich habe bisher nur unser Wohnzimmer fotografiert und einige Packungen Haribo. Nach einigen Fotosession kann ich mehr sagen.

Gedanken zu dem Gerät

Bisher mag ich den Freelander FL-II 500. Es gibt jedoch eine Sache, die mich jetzt schon stört. Man kann das Piepen (den Ready Ton) nicht ausschalten. Dies ist Outdoor kein Problem, im Gegenteil, dort ist es ein Vorteil. Es kommt immer wieder vor, das ich am Abend/in der Nacht noch eine Idee habe, für ein Lichtsetup, oder ein Produktbild (für einen Blogeintrag usw). Ich kann dann den Jinbei nicht nehmen, da ich sonst meine Freundin aufwecken würde. Es wäre sehr einfach gewesen, eine Funktion in das Gerät ein zu bauen, die einem das Ausschalten von dem Blitz erlaubt

Ich kann in einigen Monaten mehr über den Blitz sagen.

Hier an dieser Stelle noch einige Fotos vom Unboxing.

Ciao Björn